Andreas Dibowski
Spitzensport & Ausbildung
Irenenhof
Hörpeler Weg 4a
21272 Döhle
 

26/04/11 - CCI**** in Badminton


Eine solide Leistung, ohne in Euphorie auszubrechen. So würde ich das diesjährige Abschneiden in Badminton von mir und FRH Fantasia bezeichnen. Die Stute zeigte in der Dressur anfangs leichte Spannung, worüber ich doch etwas überrascht war. Mit den befürchteten Lektionen der fliegenden Wechsel hatten wir bis auf den 1. weniger Probleme. Dafür nöckelte sie in den eigentlich souveränen Lektionen wir Schulterherein oder Traversalen ein wenig herum. Die 47 Pkt waren von der Bewertung ok. Unser Potential blieb aber ein wenig liegen.

Die Geländevorbereitung erwies sich durch mehrmalige Unterbrechungen der Pfg als recht schwierig und am Ende auch etwas zu lang. Die Stute ging aber fantastisch diesen schweren Kurs an. Bis zur 7. Minute, oder besser gesagt dem Lake, lief es ganz schnell und easy. In die Kurve zum Wassereinsprung ritt ich ein wenig zu doll rein, so das die Stute hintern weggerutscht war. Kein Problem, sie kämpfte sich locker aus der Situation heraus, was aber sowohl den Rhythmus störte als auch unnötige Kraft kostete. Danach kamen die gaaaaanz langen Galoppstrecken, die sich zum einen durch wenige Sprünge, zum anderen durch stätigen Anstieg als echtes Manko der Pfg herausstellten. Wie zu erwarten war, wurde es mit Frieda ab hier etwas zäh. Sie kämpfte und gab alles, aber die Beine wurden schon schwer. Die nächste Aufgabe war das Gatter mit anschließender Distanz zum Baum und Wendung zur Doppel-In-out Hecke. Hier am Gatter war Ingrid gefallen und am In-out hatte sich Franco Jeas weh getan. Ich war gewarnt. Für Frieda kein Problem, auch wenn das Springen sparsamer wurde. Danach wieder ein endloser Galopp zum Quarry. Ein riesiger Baumstamm mit 2m tieferer Landestelle was der Einsprung, den sie sicher stand. Ich nahm den Schwung mit zum Aussprung. Vielleicht etwas zu lang werdend, hatte Frieda nun förmlich Blei in den Beinen. Ein Rumpler an 26 A forderte einen langen Zügel und ein sicheres Aussitzen. Beides gelang. Dann unmittelbar die Wendung zum Abhang hinunter zu 26 B, einem weiteren dicken Baumstamm unmittelbar am Fuß des Hanges. Ein hässlicher und eigentlich unnötiger Sprung, der nur zum stolpern diente. Mit langem Zügel und ohne jegliche Spannkraft rumpelte es hier ein 2. Mal. Ging aber auch gut. Eine kleine Motivation mit der Gerte reichte aus, um die Stute wieder in den nötigen Schwung zu bringen, um noch 27, denn Aussprung aus dem Quarry meistern zu lassen. Dann der Heimweg. Zwar wieder langes Galoppieren, ab jetzt aber etwas bergab, was zu Fantasias zweiter Luft führte. Die abschließende Kombination vor dem Stadion und dann der letzte Sprung waren kein Problem mehr. 12 Sekunden über der Zeit. Ein gutes Ergebnis.

Gut erholt ging es am Montag ins Springen. die Pferde lagen alle unheimlich dicht beieinander. Wir nach dem Gelände auf dem guten 14. Platz. Frieda machte einen frischen Eindruck auf mich. Leider unterliefen uns an den beiden letzten Oxern doch zwei Fehler, was uns noch mal 5 Platze nach hinten schob. 19. Platz am Ende in Badminton für FRH Fantasia, die sich damit in ihrer 3. 4-Sterne pfg in Folge sehr gut bewert hat.

Das Frieda am Ende der Strecke nicht mehr die fröhlichste sein würde, hatte ich erwartet. Das ihr die Beine aber doch so schwer werden würden, hatte ich im Hinblick auf die obtimalen Wetter und Bodenverhältnisse im ersten Moment doch überrascht. Es war allerdings auffällig, das sehr viele Pferde genau die selben Symthome am Ende der Strecke zeigten. Auch Pferde, von denen man es nicht unbedingt erwartet hätte. Woran lags?

Sicherlich ist die in diesem Jahr doch deutlich kürzere Vorbereitung nach dem Winter ein Kriterium, warum es für ein Pferd wie Frieda schwieriger wurde. Die mehrmaligen Unterbrechungen in der direkten Vorbereitung vor dem Gelände sind auch nicht gerade förderlich für die Motivation und die Fitness des Pferdes. Zu guter letzt, musste man am Anfang noch sehr schnell reiten, wenn man auch nur annähernd an die Zeit herankommen wollte, was durch Wendungen innerhalb der Sprungaufgaben immer wieder Kraft kostete. Und dann strapaziert es selbst den besten Galoppierer, wenn er ab der 6. Minute stätig leicht bergauf rennen muß. Das zehrt.

Fazit: Badminton ist eben kein Ponyrennen und die Luft an der Spitze wird immer dünner. Da ist schon mal ein gewisser Kampfgeist gefragt. Geschenkt wird einem nichts und im richtigen Moment, müssen wir alle, Reiter wie Pferde, auf diesem Niveau auch mal an die Grenzen gehen dürfen. Es muß nur nicht zu oft geschehen und die Wahl der nächsten Prüfungen ist für die Motivation und die Einstellung der Pferd besonders wichtig.

Dibo