Andreas Dibowski
Spitzensport & Ausbildung
Irenenhof
Hörpeler Weg 4a
21272 Döhle
 
Ehemaliges Championatspferd: Euroridings Butts Leon
Geboren: 1997
Vater: Heraldik xx
Mutter-Vater: Star Regent xx
Besitzer: Susanne und Holger Heigel
Züchter: Fritz Butt => [klick]


Fritz Butt bezeichnete diesen äußerst sympathischen Wallach als sein "züchterisches Endprodukt". Es hat sich bestätigt. Zwar bekam der Wallach auf dem B-CH in Warendorf im Jahr 2002 noch keine guten Noten, dies wurde aber 2003 deutlich wiederlegt. Mit der höchsten Zahl an Qualifikationspunkten ging er ins Finale, wonach er dann mit der Silbermedallie nach hause kam. In der gleichen Saison platzierte sich der Wallach bereits in vier CIC´s * wovon er das letzte in Kreuth gewinnen konnte.

Im Jahr 2004 platziert der Wallach sich erwartungsgemäß im **-Niveau, zeigte aber, daß er hier mit der Dressur noch mehr Zeit brauchte, die ich ihm dann ließ. Zum Saisonende erritt mein Freund Elmar Lesch mit ihm die nötige ***-Sterne Qualifikation im CCI** in Kreuth, wo er sich mit seinem Dressurergebnis an 12. Stelle platzieren konnte.

Der Sprung ins *** Sterne-Niveau ist mehr als geglückt. Mit riesigen Schritten ging Leon in die Saison 2005, in der er sich bis auf einen einzigen Start jedes Mal hoch plazierte, gleich welche Klasse. Zwei Siege in CIC *, mehrer Plazierungen in CIC ** und in VS bzw. CIC*** ein 2., ein 4 und ein 7. Platz, was auch den Gesamtsieg im Derby-Dynamik-Cup 2005 zur Folge hatte. Abschließend noch ein ausgezeichneter 9. Platz im CCI *** in Kreuth, womit er auch den ersten Schritt zur WM-Qualifikation gemacht hat.

Das Jahr 2006 ist leicht zu beschreiben: Perfekt. Leon setzte seinen Weg unbeirrt fort. Bis auf Schenefeld, wo ich mit ihm sehr zwiegespalten die letzte WM-Sichtungsprüfung geritten bin, war Leon in allen ***-Pfg unter den ersten drei platziert. Das CCI *** in Kreuth hat er gewonnen und das CCI **** von Luhmühlen, in das er erst kurzfristig aufgrund seiner überragenden Eindrücke aus den Vorbereitungsprüfungen hineingerutscht war, beendete er mit seinem Dressurergebnis auf dem 6. Platz. Besser geht es kaum. Das Pferd wurde immer stabiler und gelassener. Zum 2. in Folge gewann Leon auch den Derby Dynamic Cup für das beste Nachwuchspferd in Deutschland.

Das Jahr 2007 ging voll in die Hose. Nach zwei sehr guten Einlaufprüfungen im **-Bereich verletzte sich der Wallach im Training. Was anfänglich nur nach einer Lapalie aussah, verschlechterte sich nach der Behandlung dermassen, daß das Pferd die ganze Saison ausviel.

2008 fanden wir beide wieder die Spur. Die ganze Planung in Richtung Olympischer Spiele ist aufgegangen. Auch wenn es nach der letzten Sichtungsprüfung trotz bester Leistung noch mal eng aussah, kamen wir schließlich ins Team. Durch die intensive Vorbereitung auch hier in den letzten Wochen gelang es mir, bis zum Einzelspringen die optimalste Leistung mit dem Wallach zu erbringen. Gold in der Mannschaft, 5. Platz in der laufenden Wertung. Erst die letzten Runde verließ ich meinen strickten Weg ein wenig, ließ mich ablenken und in mein Konzept von außen ein wenig hineinreden. Ob die zwei Fehler sowieso gekommen wären, kann man nicht sagen. Tatsache ist nur, daß ich sie zu verantworten habe. Durch zu hektisches Reitern oder durch unglückliche Änderung meines Erfolgskonzepts bis dato. Egal. 8. zu sein in der Einzelwertung der Olympischen Spiele ist ja auch nicht schlecht - Bronze wäre nur besser.....

2009 war ein hoch erfolgreiches Jahr. Auch wenn die EM durch den Sturz voll in die Hose gegangen ist, ließ Leon doch keinen Zweifel an seiner Weltklasse aufkommen. Jeweils 2. Platz in den 4-Sterne Pfg. von Luhmühlen und Pau, 4. Platz im WC-Finale in Strezegom.

2010 konnte der Wallach seine beeindruckende Serie fortsetzten. 2. Platz in Badminton. 2.Platz in Aachen und 4. in Strezegom. Leon war zwischenzeitlich Nr. 1 der Weltrangliste und damit das erfolgreichste Pferd der Welt. Die Teilnahme an der WM war sicher. Dort stimmte eigentlich alles, bis auf die Tatsache, das uns 80 cm Graben an einer sonst sicheren Medaille gehindert haben. Dieses verflixte Coffin am Anfang der Strecke hatte es schon in sich, wenn es auch nicht unüberwindbar war, wie Leon es glauben ließ. Nun denn - wir sind gesund und heil wieder zu hause angekommen.

In 2011, unserer letzten gemeinsamen Saison, lief alles perfekt. Nach guten Einlaufprüfungen in Fontainbleau und Bredeneeck gewann der Wallach das CIC3 in Paris. Diese überragende Form bestätigte Leon dann beim CCI4 in Luhmühlen, das ich erstmals mit ihm gewinnen konnte. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere kam dann die Anfrage nach einem evtl Verkauf. Nach längeren Überlegungen und Diskussionen, zu Hause mit Sanna, haben wir uns dann gemeinsam entschlossen das Angebot anzunehmen. Leon wird seitdem in den USA, unter der für Thailand startenden Amerikanerin Nina Ligon, vorgestellt und hat mit Siegen und starken Platzierungen gleich auf sich aufmerksam gemacht. Der Weg nach London scheint sehr wahrscheinlich.

Die Vorhersage für 2012 ist eingetroffen. Butts Leon ist mit seiner neuen Reiterin Nina Ligon für Tailand bei den Olympischen Spielen in London gestartet und hat dort einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Und wie das Leben so unglaubliche Geschichten schreibt, ist Leon dank der großzügigen Hilfe von Susanne und Holger Heigel zu mir in den Stall zurückgekehrt.

Nach einer erholsamen Eingewöhnungsphase ist der Braune nun immer noch hoch motiviert und ich hoffe mit ihm auf weitere erfolgreiche Jahre der Zusammenarbeit.

2013 war mit Leon über die ganze Saison eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Sachlicher Einstieg in Fontainbleau, tolle Entwicklung über Radolfzell, ein geniales Gelände in Badminton und dann der Absturz wg. eines lächerlichen Hufgeschwürs.

Zurück mit Bravour in Aachen und dann das Mißverständnis in Burghley was letztendlich zu dem Gewinn der DM geführt hat, wo alles wirklich perfekt lief.

Dann wieder der Absturz in Pau, was mich eigentlich am meisten betroffen hat, weil das Pferd nicht wirklich was falsch machen wollte aber vom Reiter einfach an seinem Job gehindert wurde. Daran hatte ich lange zu fressen.

2014 fiel die Planung für einen geeigneten Abschluss für dieses Ausnahmepferd leider meinem Unfall zum Opfer. Ich hätte sehr gerne noch eine schöne Abschiedstour über Wiesbaden und Aachen geritten, aber da ich in dieser Zeit verhindert war, entschlossen die Besitzer, Susanne und Holger Heigel und ich gemeinsam, Leon in den verdienten Ruhestand zu entlassen. Er genießt heute seine Tage auf den weiten Wiesen des Anwesens der Heigels und wird regelmäßig weiter von Nathalie gearbeitet.

In Luhmühlen 2015 soll es eine würdige Verabschiedung für FRH Butts Leon geben. An dem Ort, wo er seinen größten Triumpf feiern konnte.





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